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EGS-Berichte


22.02.2003:
Abstützeinsatz in 16 Metern Höhe

Die Geschäftsführerin des GFB Mönchengladbach, Frau Fischer, informiert über Handy ZF Blockhaus, dass das FRABLO Abstützsystem in Krefeld gebraucht würde. Das Fichte Gymnasium in der Krefelder Innenstadt wurde durch einen Brand so stark beschädigt, dass einige Bereiche abgestützt werden müssen.

Der THW Ortsverband Krefeld ist bereits vor Ort und schon in die Sicherungsmaßnahmen involviert.

ZF Blockhaus lässt über die Kreisleitstelle Zugalarm auslösen (FME).

Um 9.43 Uhr rücken folgende Fahrzeuge aus:

- MTW Ducato (Führungsstelle Zugtrupp)
- GKW 1 mit FRABLO Anhänger
- GKW 2 mit EGS Anhänger (BS 1-4)

Stärke: 1/5/19=25

Die Alarmfahrt führt weitestgehend über die Autobahnen A 46 und A 57. Ab Autobahnrasthof "Geismühle" übernimmt ein Lotsenfahrzeug des THW Krefeld die Führung durch die Stadt bis hin zur Einsatzstelle.

10.50 Uhr Einsatzstelle Ankunft.

Nach Anmeldung bei der Einsatzleitung der BF Krefeld werden die Führungskräfte von U. Tabbert (BF Krefeld / THW Krefeld) in die örtlichkeiten des Gebäudes eingewiesen. Dabei stellen sich folgende Einsatzschwerpunkte heraus:

1. In den Räumen, wo der Brandherd vermutet wurde müssen die Holzbalkendecken des 1. und 2. Obergeschosses abgestützt werden.

2. Über dem Haupteingang befindet sich in ca. 16,5m Höhe ein Dreieckportal von 10m Breite und 2,5m Höhe, welches herabzustürzen droht. Wandstärke ca. 800mm. Das Portal darf weder zur Strasse, noch in das Gebäude kippen.

Die Helfer des OV Krefeld waren schon dabei, einen einsturzgefährdeten Kamin abzutragen.

Nach der Begehung wird in der ersten Einsatzbesprechung im MTW folgendes Vorgehen festgeschrieben (Die Einsatzstelle wurde von der BF an ZF Blockhaus übergeben):

Da die Fassade unter Denkmalschutz steht, darf diese nicht beschädigt werden. Die Außenabstützung darf max. eine Fahrspur der vorbeiführenden Strasse blockieren, d.h. die Montage von Strebstützen scheidet aus. Um die angeschlagenen Decken abzufangen übernmmt die BG 2 die Abstützarbeiten mittels EGS. Die Decken sollen mit Stütztürmen, 3x2m (1.OG) Grundfläche und 3x4m (EG) Grundfläche gesichert werden. Um an die statisch relevanten Deckenbalken zu gelangen, müssen abgehängte Deckenelemente teilweise entfernt werden. Um ein Umkippen des Dreieckportales in das Gebäudeinneren zu unterbinden, müssen im 2. OG zwei FRABLO Strebstützen mit 6m Stützhöhe (5m + 1m angeflanscht) von hinten an das Portal angesetzt werden. Der Boden zeigt sich in diesem Bereich als unversehrt und stabil. Als größtes Problem stellt sich die Außensicherung des Portals dar, da eine Ableitung von Stützkräften über Streben nicht in Frage kommt. Nach Prüfung aller Möglichkeiten wird folgendes Vorgehen festgelegt.

Es sollten 3 Streichbalken aus dem FRABLO Satz mit jeweils 2,5m Abstand parallel zueinander mittels Verschwertungen (6 Bohlenkreuze) verbunden werden. Die Streichbalkenlängen von 15m sollen um 1,5m verlängert werden. Zwei Balken von 5m und 8m Länge werden im oberen Bereich der Streichbalken rechtwinklig angeflanscht. Die Arbeiten am FRABLO Satz übernimmt die BG 1 (SEG). Da die Arbeiten alleine mit dem Hückelhovener Stammpersonal nicht zu bewältigen sind, werden die Arbeitsgruppen durch Helfer des OV Krefeld ergänzt. Bei Einsätzen dieser Größenordnung ist diese Verfahrensweise eher die Regel als die Ausnahme und hat sich wie auch hier bestens bewährt. Die Zusammenarbeit der Ove wie auch die mit der Berufsfeuerwehr Krefeld funktionierte reibungslos.

Die Arbeiten selbst erweisen sich als langwierig.

Die Nebenarbeiten zum Aufbau des sonst so schnell zu errichtenden EGS, sind schwierig. Das Löschwasser "regnet" aus den Decken, die Deckenabhängungen lassen sich nur mit Mühe entfernen. Säbel- oder Motorsäge sind nur sehr begrenzt einsetzbar. Das Verbringen der FRABLO Strebstützen in das 2. OG durch das Treppenhaus gestaltet sich als wahrer Kraftakt. Um die schweren Holzbalken an der Einsatzstelle zu verbringen fehlt ein Gabelstapler. So ist schon nach dem manuellen Abladen des FRABLO Anhängers eine "Zwangspause" für die Helfer notwendig. Die einzelnen Streichbalken mit jeweils 16,4m Länge und einem Eigengewicht von ca. 500 Kg werden per Hand (10-12 Helfer) vom Zuschnittbereich zum Montagebereich "geschleppt". Kranunterstützung ist auf Grund der umstehenden Bäume "Fehlanzeige". Auch hier wäre ein geeigneter Gabelstapler wohl "das" Hilfsmittel gewesen. Der außen stehende Betrachter kann zwar sehen, dass emsig gearbeitet wird, nur der Gesamtzusammenhang bleibt noch verborgen.

17.45 Uhr:
Der vierachsige Autokran der BF Krefeld trifft an der Einsatzstelle ein, er wurde kurz vorher von ZF Blockhaus angefordert (war vorab mit der BF so abgesprochen). Nachdem dieser Positioniert ist, kann die Außenabstützung, eine 16,4m x 8m breite Druckpalette aufgerichtet und gegen die Hausfront eingeschwenkt werden. Anheben, einschwenken, absetzen - passt. Die Streichbalken wurden in ihren Abständen zueinander so angeordnet, dass diese sich genau vor den Fenstern befinden. Vor dem Aufrichten der Druckpalette wurden im 2. OG die Fensterflügel ausgehängt und hinter den Fensterlaibungen Kanthölzer montiert. Die Streichbalken der Druckpalette werden nach der genauen Positionierung dann mit Spanngurten an diese Kanthölzer befestigt. Danach werden die Spanngurte durch Lochbandeisen mit Kammnägeln ersetzt.

19.50 Uhr:
Die Abstützarbeiten sind abgeschlossen - Zufriedenheit und Erschöpfung auf allen Seiten.

Aufräumen (alle helfen mit!) - Rückfahrt - Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft - Aussprache.

23.30 Dienstende (morgen können wir alle lange schlafen..)

Bericht von Frank Blockhaus

Weitere Bilder und Bericht auf www.THW-Krefeld.de













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