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EGS-Berichte


31.01.2004:
Übung im S-Bahn Tunnel

Um 22.30 Uhr lösten die Meldeempfänger Alarm für die Bergungsgruppen des Ortsverbandes Mitte und einer ersten Bergungsgruppe des Ortsverbandes Bergedorf aus. Grund für diese Auslösung war eine Übung im Bereich der S Bahn Strecke zwischen den Haltestellen Hamburg Hauptbahnhof und Jungfernstieg.Nachdem die ersten Helfer einsatzbereit waren rückte der Zugtrupp des ersten Technischen Zuges zur Einsatzstelle zur Erkundung ab, um die eintreffenden Einheiten in die Lage einweisen zu können.

Die Lage stellte sich wie folgt da: Bei dem Übungsobjekt handelt es sich um den größten Bahnhof im Hamburger S-und U-Bahnnetz, welcher sich über mehrere unterirdische Ebenen veteilt.Der Bahnsteig der S-Bahn befindet sich zwischen den Bahnsteigen der U-Bahn und der anschliessende Tunnelabschnitt Richtung HH-Hauptbahnhof liegt teilweise unter der Binnenalster.

Es ist mit einen Wassereintritt in das Tunnelstück zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Jungfernstieg zu rechnen, um ein Überfluten der Haltestelle Jungfernstieg zu verhindern sollte ein Dammbalkenverschluß des Tunnels hergestellt werden, der Tunnel hat eine Breite von 4,61 m und eine Höhe von 4,30 m.Um die Übung im Tunnelbereich durchführen zu können wurden die eingesetzten Helfer durch ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn in das Verhalten im Gleisbereich eingewiesen, weiterhin wurden nach Betriebsschluß um ca. 1.00 Uhr die Gleise im Arbeitsbereich gesperrt, die Stromzufuhr abgeschaltet und geerdet. Erst nach diesen Sicherungen konnten die Helfer den Gleisbereich betreten. Als Besonderheit sei erwähnt das die Hamburger S-Bahn ihren Fahrstrom(1500V) aus einer seitlich angebrachten Stromschiene bezieht.

Ab 1.30 Uhr konnten die Helfer mit ihren Arbeiten beginnen, während eine Bergungsgruppe die Beleuchtung aufgebaute, wurden die Gleise,durch die anderen Bergungsgruppen, mit Neoprenstopfen abgedichtet und die ersten Dammbalken verlegt.Mit steigender Höhe des Verschlusses wurde mit dem Einsatzgerüstsystem (ESG) eine Arbeitsplattform mit Rampe errichtet um weiter die Balken einzusetzen. Dabei wurden die Helfer auf dem ESG durch die 2.Bergungsgruppe gesichert-da diese Gruppe als FG-Höhenrettung, das Arbeiten und Retten aus Höhen und Tiefen beherscht.

Um 2.50 Uhr wurde der letzte Dammbalken verbaut.

Nach einer kurzen Pause und Begutachtung des Tunnelverschlusses, wurden der Rückbau durchgeführt und die Übungsstelle von allen Einbauten und Gerätschaften befreit. Nach der Kontrolle durch die Bahnmitarbeiter konnte die Strecke um ca. 3.45 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden, so das der normalen S Bahnverkehr nicht beeinträchtigt wurde.

Nachdem wirklich alle Arbeiten auf dem Bahnsteig beendet waren, wurden die Helfer durch die Freiwillige Feuerwehr Ottensen noch mit einer Suppe und Getränken versorgt.

Die Feuerwehr Hamburg hat parallel zum Einbau des Dammbalken eine Großübung mit einen Massenanfall von Verletzten im Tunnel der Linie U 2 durchgeführt. Dort wurde angenommen das ein brennender U-Bahnzug vom Typ DT-4 in den U-Bahnhof eingefahren ist,durch die dabei enstehende Verqualmung war die Sicht und die Rettung der Verletzten stark erschwert. Nach Auskunft der Feuerwehr verlief aber auch diese Übung erfolgreich und ohne größere Probleme.

Eingesetzte THW-Einheiten:
Zugtrupp, 3 Gruppen B-1, 1 Gruppe B-2
MTW, 3 GKW-1, GKW-2, 2 Material-Anhänger

Bericht:
Dirk Westphal BÖH OV Hamburg-Mitte







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