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EGS-Berichte


23.09.2007:
Behelfsbrücke über die Volme

Hagen. Im Rahmen des NRW Projektes „Ab in die Mitte“ - Überwindung von Grenzen, errichtete die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) vom 20. bis 23.09.2007 eine Fußgängerbrücke über die Volme von Hagen-Eilpe auf das Industriegelände der Wippermanninsel.

Die Aufgabenstellung erwies sich als besonderes schwierig, da es galt, nicht nur die knapp 20m breite Volme sondern auch eine Begrenzungsmauer von 3,5m Höhe zu überwinden.

Schon bei der Planung wurden die Ortsverbände gefordert. Das Bauordnungsamt der Stadt Hagen stufte die Schwimmbrücke entsprechend der Landesbauordnung als "Fliegenden Bau“ mit öffentlichem Personenverkehr ein. Da die Nutzhöhe der Schwimmbrücke kleiner als 5m war, reichte die Vorlage einer statischen Berechnung ohne zusätzliche Prüfung eines staatlich anerkannten Sachverständigen für die Standsicherheit aus. Die statische Berechnung wurde durch einen Baufachberater der Geschäftsstelle Bochum erstellt.

Die eigentliche Schwimmbrücke wurde in einer Systembreite von 3m erstellt, jedoch konnten wegen der Pfostenstellung nur 2m genutzt werden. Dies resultierte aus der erforderlichen 5 kN/m² Verkehrslast gemäß der DIN 1055 „Lastannahmen“ für Flure und Fluchtwege, die aber mit dem 3,75 kN/m² Auftrieb nicht abgedeckt werden konnte. Aufgrund der Annahmen einer elastisch gebetteten Platte auf dem Wasser, wurde in Annäherung die Nutzlast um den Faktor 3/2 erhöht.

Die Bemessung des Einsatzgerüstsystems (EGS) erfolgte mittels Stabwerksprogramm, wobei die einzelnen Lastabgabepunkte mit einer Federsteifigkeit aus der Schwimmelementen-Berechnung (elastisch gebettete Platte) resultierten. Aufgrund der federsteifen Lagerung übernahm die Einsatzgerüstkonstruktion eine räumliche Aussteifung der Platte und die Gesamtkonstruktion von Schwimmelementen und Einsatzgerüstsystem wurde zu einer tragenden Verbundkonstruktion.

Der Aufbau der Schwimmelemente erfolgte durch die örtliche Gefahrenabwehr Schwimmelemente des Ortsverbandes Witten mit Unterstützung durch den Ortsverband Hagen. Die Fachgruppe Beleuchtung leuchtete die Volme und den Aufbauplatz aus. Wegen des nur sehr schmalen Zugangsweges, wurde die Schwimmbrücke nur in Teilstücken am Aufbauplatz zusammengesetzt. Die Montage der Teilstücke erfolgte auf dem Wasser, was sich wegen der Strömung als sehr zeitaufwendig darstellte. Anschließend wurden die Schwimmelemente auf dem Fluss durch Greifzügen und Spanngurte gesichert und die Lastverteilungsbalken mit EGS-Anschlussstücke und EGS-Fußspindeln montiert.

Am Freitagnachmittag erstellten die Hagener Helfer mit Unterstützung der Wittener Helfer die Gerüstkonstruktion. Hierbei konnten die Treppenelemente des Ortsverbandes Remscheidt hervorragend integriert werden. Nach Fertigstellung des Treppenturms und des Überganges wurden noch die Einsatzgerüstsystemkonstruktionen mittels Handlaufseil durch die Pfosten verbunden.

Abschließend erfolgte die Abnahme der Behelfsbrücke durch Vertreter des Bauordnungsamtes und die Freigabe für den öffentlichen Personenverkehr.
Die Brücke wurde am Freitagabend um 20.30 Uhr eröffnet. Nach Beendigung der Veranstaltung am Sonntagnachmittag erfolgte der Brückenabbau. Die Zusammenarbeit verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten. Besonderer Dank gilt allen Helfern, die an diesem zeitaufwendigen Behelfsbrückenschlag beteiligt waren.

Bericht: Astrid Hohage, OV Witten
Bilder: Holger Hohage, OV Witten











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